Neuer Entwurf der Aerion AS2: Neue Flügel sollen das Flugzeug effizienter machen.

Neuer Entwurf der Aerion AS2: Neue Flügel sollen das Flugzeug effizienter machen.

Aerion

Neues Design für die AS2

Aerion verpasst seinem Überschalljet neue Flügel

Die Entwicklung des Überschall-Geschäftsfliegers schreitet voran. Aerion nahm grundlegende Änderungen am Design vor. Mit der AS2 umgarnt das Startup derweil auch auf das US-Militär.

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Dass der Weg von einer Computergrafik zum ersten Überschallgeschäftsflieger schon ein ganzes Stück gegangen ist, zeigte sich im vergangenen Winter. Für den Bau des mittleren Rumpfes der AS2 gewann das US-Startup Aerion mit Aernnova aus Spanien einen weiteren gestandenen Luftfahrtzulieferer als Partner. Auch GE Aviation, GKN Aerospace und Boeing sind an dem Projekt beteiligt.

Doch auch wenn es voran geht – Aerion ändert noch einmal einiges am neuen Jet. Auf der Webseite zeigt Aerion Bilder des Jets, die sich deutlich vom bisherigen Entwurf des Überschallfliegers unterscheiden. So ist die AS2 jetzt etwa mit grundlegend neuen Tragflächen konzipiert.

Komplizierte Strömung wird noch komplizierter

Damit wollen die Entwickler die Aerodynamik der Flügel nicht nur für den Reiseflug im Überschall optimieren, berichtet das Portal Aviation Week. Über Land darf die AS2 nicht schneller als der Schall fliegen. Daher soll der Jet mit den neuen Flügeln auch im hohen Unterschallbereich effizient reisen können, um gegenüber herkömmlichen Passagier- und Geschäftsflugzeugen einen Zeitvorteil zu haben.

Die Flügel für Geschwindigkeiten im Über- sowie Unterschall effizient auszulegen, ist sehr kompliziert. Überhalb der Schallmauer gelten in Sachen Aerodynamik komplett neue Spielregeln - bereits die Auslegung des Flügelprofils für einen Geschwindigkeitsbereich erfordert komplizierte Berechnungen und Simulationen. Aerions Entwickler hoffen, das Problem durch ein Flügeldesign zu lösen, das auf «passive Überschall-Naturlaminarströmung» setzt.

Änderungen auch an Leitwerk und Triebwerksgehäusen

Die Tragfläche ist dabei so geformt und gewölbt, dass überströmende Luft erst zu einem späteren Zeitpunkt verwirbelt wird. Dadurch erzeugt sie weniger Luftwiderstand. Geschwindigkeiten bis etwa Mach 1,6 werden damit möglich. Im Gegensatz zum vorherigen, dünneren Flügeldesign erzeugt diese Auslegung laut den Entwicklern aber auch im Unterschallbereich weniger Luftwiderstand.

Bei geringen Geschwindigkeiten optimiert ein Klappensystem die Umströmung der Tragflächen. Wie das genau aussieht, ist bislang nicht bekannt. Ebenfalls neu sind die Verkleidungen des Triebwerks und des Leitwerks mit Seiten- und Höhenruder am Heck. Insgesamt werden diese schmaler, was den Luftwiderstand weiter reduziert.

Erstflug mittlerweile für 2024 angesetzt

Für die AS2 sind Reisegeschwindigkeiten von bis zu Mach 1,4 vorgesehen - also 140 Prozent der Schallgeschwindigkeit. Wo mit Mach 1 die Schallmauer liegt, hängt von Flughöhe, Temperatur und Luftdruck  ab - ganz grob lässt sich jedoch sagen, dass in typischen Reiseflughöhen von 10 Kilometer mit etwa -50° Grad Celsius Außentemperatur Mach 1,4 etwa bei 1500 Kilometer pro Stunde liegt.

Im Unterschallbereich ist hingegen eine Reisegeschwindigkeit von Mach 0.96 vorgesehen. Zum Vergleich: Gewöhnliche Passagierflugzeuge reisen mit etwa Mach 0.8. Insgesamt soll der Jet mit bis zu zwölf Passagieren ungefähr 9200 Kilometer weit fliegen. Vorletztes Jahr plante Aerion, mit der AS2 bereits 2023 erstmals den Atlantik zu überqueren - mittlerweile plant sie den Erstflug für 2024 sowie die erste Auslieferung für 2026.

Auch für Spionageflüge und Laserwaffen vorgesehen

Zielkunden der AS2 sind nicht nur Geschäftsleute mit eng gestricktem Zeitplan oder wohlhabende Flugreisende mit wenig Geduld. Aerion vermarktet das Überschallflugzeug gegenüber dem US-Militär aktuell auch als Plattform für Überwachungs- und Abhörflüge in großer Höhe.

Aerions neues Konzept schlägt die AS2 auch als Testplattform für Hochenergie-Laserwaffen an. Die amerikanische Luftwaffe erforschte mit der Boeing YAL- 1 bereits eine modifizierte Boeing 747 als Plattform für einen Hochenergie-Laser, der ballistische Raketen abfangen sollte. Wegen gestiegener Kosten wurde das Projekt 2012 wieder eingestampft.

Sehen Sie in der oben stehenden Bildergalerie Computerskizzen des neuen Entwurfs der Aerion AS2.

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