Flieger von Embraer: Kommt der geplante Deal mit Boeing ins Wanken?

Flieger von Embraer: Kommt der geplante Deal mit Boeing ins Wanken?

Embraer

Boeing unter Druck

Corona-Krise bringt Übernahme von Embraer in Gefahr

Der vereinbarte Übernahmepreis ist inzwischen viel zu hoch. Zudem hat Boeing wegen der Corona-Krise selbst Probleme. Daher ist der Kauf der Zivilflugzeugsparte von Embraer in Gefahr.

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Im Januar erreichten Boeing und Embraer einen wichtigen Meilenstein. Die brasilianische Kartellbehörde Cade genehmigte die Übernahme der Passagierfliegersparte der Brasilianer durch die Amerikaner ohne Vorbehalte. Für die beiden Flugzeugbauer galt es nur noch das Okay der Europäischen Union abzuwarten. Bis zum 30. April soll es soweit sein.

Doch Boeing und Embraer mussten zwischenzeitlich erneut zittern und auf das Einverständnis der brasilianischen Behörde warten. Wie die Zeitung Valor Econômico berichtet, legte Brasiliens Bundesstaatsanwaltschaft Anfang Februar Einspruch gegen die Übernahme ein. Der Verkauf musste von der Kartellbehörde erneut bewertet werden.

Embraers Wert massiv gesunken

Am Donnerstag (19. März) wies die Kartellbehörde die Zweifel der Bundesanwaltschaft zurück und gab erneut ihr grünes Licht. Während die Übernahme damit rechtlich wieder auf Kurs ist, sorgt die Corona-Krise für neue Unsicherheit. Die Aktien von Embraer fielen seit dem 20. Februar um mehr als die Hälfte, nachdem klar wurde, dass die weltweite Luftfahrt wegen der Lungenkrankheit schwere Probleme bekommt.

Der Marktwert von Embraer beträgt nach dem Absturz an der Börse noch 1,4 Milliarden Dollar. Mit 4,2 Milliarden Dollar bietet Boeing mehr als den dreifachen Wert für 80 Prozent der Zivilsparte. Embraers Rüstungs- und Geschäftsfliegerabteilungen sind im Deal nicht enthalten.

Auch Boeing leidet unter Corona-Krise

Es drohen nun erneute Verhandlungen zwischen Embraer und Boeing über einen günstigeren Kaufpreis. Die Gespräche könnten schwierig werden. Auch Boeing ist wegen der Krise nicht mehr so flüssig wie früher.

Nach der Krise um die 737 Max sowie der Corona-Krise ist die Liquidität von Boeing trotz diverser neuer Kredite nicht mehr üppig. Der Flugzeughersteller bemüht sich derzeit um staatliche Hilfsgelder, wie am Mittwoch bekannt wurde.

Antwort auf Airbus' Übernahme der C-Series

Boeing reagierte mit dem Kaufangebot für Embraers ziviler Luftfahrtsparte auf die Übernahme von Bombardiers Flugzeugprogramm C-Series durch Airbus. Der Regionaljet wird mittlerweile als Airbus A220 zu 75 Prozent durch den europäischen Hersteller kontrolliert und von diesem vermarktet und verkauft. Embraer besitzt in seinem Portfolio ein breit gefächertes Angebot an Regionalflugzeugen. Zudem sind die Brasilianer sehr weit in der computerisierten, schnellen Entwicklung von Fliegern. Auch das interessiert Boeing.

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