Von grün-rot-weiß zu weiß: Die Maschine vor und nach der nächtlichen Malerei.

Alitalia lackiert Crash-Flieger um

Nach dem Unfall in Rom lässt Alitalia die Zusammenarbeit mit Carpatair ruhen. Über Nacht lackierte sie auch das betroffene Flugzeug um.

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Nach der Bruchlandung einer ATR 72-500 von Carpatair in Fiumicino mit mehreren Verletzten stoppte die italienische Fluggesellschaft alle Flüge mit dem rumänischen Partner. Alitalia versucht nach dem Unfall aber auch mit anderen Mitteln zu verhindern, dass ihr Image unter der Zusammenarbeit mit der Rumänen leidet. Wie Videoaufnahmen zeigen, die im italienischen Fernsehen gesendet wurden, entfernten Techniker der nationalen Fluglinie Italiens noch in der Nacht auf Sonntag die eigenen Farben und das Logo in den Nationalfarben des Landes vom Rumpf und der Heckflosse des Unglücksfliegers.

Am Morgen war das Flugzeug plötzlich ganz weiß. Nur noch an der Kennung YR-ATS konnte man erkennen, dass es dieselbe Maschine war - und an der Position im Gras neben der Piste. In der Presse macht man sich über die nächtliche Aktion lustig. Man wolle beweisen, dass der Unfall nicht unter der eigenen Flagge geschehen sei, aber wirklich überzeugend sei das nicht, hieß es etwa im Fernsehen.

Staatsanwaltschaft ermittelt

46 Passagiere und vier Crewmitglieder waren an Bord der ATR, als diese am späten Samstagabend nach der Landung in Rom von der Piste abkam und im Gras landete. Bis zu 16 Menschen wurden verletzt, zwei davon schwer. Man habe nach dem Zwischenfall eine Untersuchung eingeleitet, hieß es von Alitalia in einer Mitteilung. Auch die Staatsanwaltschaft ermittelt nun in der Angelegenheit.

Schon Anfang Januar wurden bei der italienischen Pilotenunion Sorgen laut, dass die Sicherheit von Carpatair nicht hundertporzentig gewährleistet sei, vor allem was Qualifikation von Crew und Ingenieuren betreffe. Ein anderer Verband droht nun gar mit Streik, falls Alitalia den Vertrag mit Carpatair auflöst.

15 Jahre alt

Carpatair wurde 1998 gegründet. Die Fluglinie hat ihren Sitz im rumänischen Timisoara. Sie besitzt eine Flotte von 12 Maschinen aus ATR72, Boeing B737, Saab 200 und Fokker 100. Im Aufsichtsrat der Airline sitzt unter anderem Crossair-Gründer und der Eigner der insolventen Hello, der Schweizer Moritz Suter. Mit Urs Wickihalder und Georg Robert Wiederkehr ist die Mehrheit dort schweizerisch. Und auch das vierte Mitglied, Johannes Stenberg, lebt in der Eidgenossenschaft. Der Schwede agiert unter anderem als persönlicher Berater für Ikea-Gründer Ingvar Kamprad.

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