Flosse einer TU-204 von Air Koryo: Wohl vorerst nicht nach Europa.

Flosse einer TU-204 von Air Koryo: Wohl vorerst nicht nach Europa.

Kristoferb/Wikimedia/CC

Phantom Air Koryo

Noch vor kurzen hieß es, die nordkoreanische Staatsairline ziehe es nach Berlin - doch plötzlich will sie davon nichts mehr wissen.

Top-Jobs

Austro Control

Prüfer:in mit dem Schwerpunkt Zertifizierung von Luftfahrzeugen und Luftfahrtkomponenten (m/w/d)

Austro Control

Prüfer:in mit dem Schwerpunkt Qualifizierung von Flugsimulatoren (m/w/d)

Flugdienstberater / Flight Dispatcher (m/w/x)

Flugdienstberater / Flight Dispatcher (m/w/x)

Top jobs
Luftfahrt
Feste Anstellung
Vollzeit
Österreich
TR/NTR Captain on A220-300

TR/NTR Captain on A220-300

Man verfolge die Pläne «ernsthaft», Flüge von Pjöngjang nach Berlin anzubieten. So sagte ein Vertreter von Air Koryo noch vor rund einem Jahr gegenüber aeroTELEGRAPH. Nordkoreas Nationalairline wollte mit einer Tupolew Tu-204-100 Charterflüge in die deutsche Hauptstadt anbieten. Es ist der einzige Flieger, der dafür überhaupt in Frage käme, weil er nicht wie der Rest der Flotte auf der Schwarzen Liste der Europäischen Union steht. Es gebe nun «nur noch einige vertragliche Geschichten mit anderen EU-Ländern» zu regeln, sagte der Deutschland-Verantwortliche damals.

Offenbar lief das aber nicht ganz wie geplant. Auf Nachfrage heißt es aus der Vertretung der Fluggesellschaft in Berlin nun, dass Flüge nach Deutschland nie geplant gewesen seien und sie auch in Zukunft nie sein würden. Und auch bei den Berliner Flughäfen will man von derartigen Vorhaben nichts wissen. «Uns ist davon nichts bekannt», so ein Sprecher. Formelle Gespräche oder Anfragen habe es in der Angelegenheit nie gegeben. So bleibt wohl abenteuerlustigen Reisenden auch weiterhin nur der beschwerliche und weite Weg über Zwischenstopps wie Bangkok oder Peking, wenn sie mit der Nationalairline in die Demokratische Volksrepublik Korea fliegen wollen.

In einer Angelegenheit punkten

Und ein bisschen Mut sollte man wohl auch mitnehmen. Die Flotte besteht außer der Tu-204-100 ausschließlich aus veralteten Sowjet-Fliegern - wie viele es genau sind, varriiert je nach Quelle. Um die 30 Flugzeuge befinden sich wohl im Dienst von Air Koryo. Die Tu erhielt sie 2008 - als ersten neu gebauten Jet seit Ewigkeiten. Die Sicherheitsbilanz scheint angesichts dieses Zustandes noch recht akzeptabel. Der letzte bekannt gewordene Unfall war der Absturz einer Ilyuschin Il-62 an den Fouta-Djall-Bergen in Guinea im Jahr 1983, bei dem alle 23 Menschen an Bord ums Leben kamen. Doch wirklich sicher kann man nicht sein, ob das wirklich der letzte Crash war. Nordkorea hält sich mit Angaben über die Sicherheit der Inlandflüge sehr bedeckt. Und auch sonst dringen kaum Informationen aus dem Land.

Beim weltgrößten Bewertungsportal für Fluggesellschaften Skytrax ist die Fluglinie die einzige überhaupt, die lediglich einen Stern erhält. «Es war das älteste Flugzeug, das ich jemals gesehen habe, es fiel an jeder Stelle fast auseinander», berichtet ein Passagier in den Kommentaren über seinen Flug mit einer Il-62. Vor Start und Landung spiele in den Fliegern Marschmusik - eine gute Einstimmung auf die Einreise, heißt es andernorts. Eine Internetseite besitzt die Fluggesellschaft auch nicht. Auch der Facebook-Auftritt von Air Koryo stellte sich nach einigen Monaten als unecht heraus. Aber immerhin bei einer Sache scheint Air Koryo die anderen Airlines in den Schatten zu stellen: «Ich habe noch nie in meinem Leben so schöne Flugbegleiterinnen gesehen», berichtet ein anderer Passagier bei Skytrax.

Mehr zum Thema

Eine A-50 der russischen Streitkräfte: Bekommt Nordkorea auch eine?

Baut Nordkorea Ilyushin Il-76 von Air Koryo zu Aufklärer um?

Der Flughafen von Stanley ist die Basis des Falkland Islands Government Air Service.

Eine Airline, deren Flugplan jeden Tag anders ausschaut

Pjöngjang: Aeroflot soll in die nordkoreanischeHauptstadt fliegen.

Russland will, dass Aeroflot und Co. nach Nordkorea fliegen

Tupolev Tu-204 von Air Koryo: Wieder international unterwegs.

Air Koryo sagt ersten internationalen Flug nach der Pandemie abrupt ab

Video

Antonov An-12: Blieb im Schnee stecken.
Eine Antonov An-12 von Atran hatte bei der Landung in Westsibirien Probleme. Das Fahrwerk klappte weg - und das führte zu einem spektakulären Manöver des Frachtflugzeugs.
Laura Frommberg
Laura Frommberg
Ein altes Werbevideo für das 747-Hotel: Heute nicht mehr genug nachgefragt.
Ein bei Luftfahrtfans beliebtes Hotel bleibt wohl für immer geschlossen. Der Rumpf des Boeing-747-Hostels könnte in Einzelteile zerlegt und verkauft werden.
Laura Frommberg
Laura Frommberg
Nichts ging mehr am größten Flughafen Europas: London-Heathrow leidet am Freitag unter einem massiven Stromausfall. Bis zu 1300 Starts und Landungen dürften ausfallen.
Laura Frommberg
Laura Frommberg